Blue Flower

166. Montagsmahnwache am 01.09.2014 in Friedrichshagen

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DER STRUWWELPETER

 

Wenn die Kinder artig sind,

 

kommt zu ihnen das Christkind;

 

es bringt ihnen Gut's genuch

 

und dies schöne Bilderbuch:

 

Seht einmal, da steht er,

 

dieser Struwwelpeter.

 

Wenn von oben Flieger krachen,

 

kann der Peter ja nur lachen.

 

Sich vorm Krach bewahren

 

will er mit Langhaaren,

 

läßt sie hängen übers Ohr.

 

sowie die andern protestier'n im Chor.

 

Doch balde geht auch ihm der Fluglärm auf die Nerven.

 

Und die Moral sollst du dir ein nun schärfen!

 

Die brennende Pauline

 

oder

 

Daumenlutschen

 

Pauline war allein zu Haus.

 

So dachte sie. Und dacht sich aus

 

mit Sing und Sang und heit'rer Laun':

 

Hei, könnt ich nicht ein'n Airport baun?

 

Was kost' das schon? Ein, zwei Milliarden.

 

Mir gucke keiner in die Karten.

 

      Doch Minz und Maunz, die Katzen,

 

erheben ihre Tatzen:

 

Mio, Miau, Mio, Miau,

 

tu's nicht, spar die Milliarden schlau!

 

Jedoch sie baute. Zwei Milliarden

 

sind weg schon, und noch längst kein Starten.

 

Nun drei, jetzt vier, wieviele noch?

 

Und tief gähnt da ein schwarzes Loch.

 

    Und Minz und Maunz, die Katzen,

 

erheben ihre Tatzen:

 

Mio, Miau - Miau, Mio,

 

wo sind jetzt die Milliarden, wo?

 

Verbrannt sind die Milliarden. Rauch

 

nur blieb. Pauline auf dem Schlauch.

 

Sie lutscht am Daumen, weil nichts blieb,

 

weil sie es gar zu garstig trieb.

 

Pardauz - springt wer zum Zimmer rein.

 

Wer kommt? Ist es der Schneider? Nein.

 

Und schnipp und schnapp

 

die Daumen ab,

 

das Letzte, was sie hat, die dumme Kuh.

 

Wer wars, wer schneidet ihr Kredite?

 

Wars die Finanz-Elite?

 

Nein nein, 's war die EU.

 

Doch leider nur im Traume, geb ich zu.

 

 

 

3 böse Buben

 

Es ging spazieren vor dem Tor

 

ein kohlpechrabenschwarzer Mohr.

 

Er liebt die märksche Gegend, ist,

 

wie ihr euch denkt schon, ein Tourist.

 

3 ältre Buben denkend schwurbeln,

 

wie ist hier noch mehr anzukurbeln

 

wohl die Tourismusindustrie?

 

Und eines Tages sieht man, wie

 

die Masse Flieger lärmend zieht

 

am Himmel über dies Gebiet.

 

Die Buben hoffen auf Touris schon.

 

Doch die sind wie der Mohr geflohn.

 

DER FLIEGENDE ROBERT

 

oder Klaus Guck in die Luft

 

Wenn der Regen nieder braust,

 

wenn der Sturm das Feld durchsaust,

 

bleiben Mädchen oder Buben

 

hübsch daheim in ihren Stuben.

 

Robert aber dachte: "Nein!

 

Das muss draußen herrlich sein!"

 

Er ging los. Und wie es endet,

 

wenn der Sturm ihn faßt und wendet

 

in der Luft, davongetragen,

 

daß kein Mensch ihn mehr gesehn,

 

weiß dies Bilderbuch zu sagen,

 

Lernt daraus, was zu verstehn!

 

Sonst gehts euch so wie dem KLaus,

 

er zog keine Lehren aus

 

diesem alten bösen Buch.

 

Und so traf ihn denn der Fluch.

 

Ach, er denkt: Die Luft, der Äther

 

ist mein Reich. So denkt und geht er,

 

träumt vom unbegrenzten Flug,

 

Tag und Nacht. Ist's Selbstbetrug?

 

Hat die Nase nur noch oben

 

in der Luft. Im Kopfe toben

 

ihm die wild'sten Phantasien

 

vom Fliegen von und nach Berlin

 

und vom Drehkreuz und dem Riesen-

 

Aerport, der sich auf den Wiesen

 

breitet aus mit Dauerbrummen,

 

kosten darf das jede Summen.

 

Und so träumt der Klaus und geht,

 

sieht nicht die Realität.

 

Diese ist ein großes Wasser.

 

Klaus , paß auf, sonst wirst du nasser!

 

Aber Klaus, er läuft und rennt,

 

gegen Ratschlag resistent.

 

Seht, da fällt er, ach und weh!

 

Ihn rettet nur die SPD

 

und daß er endlich sagt: Adé!