Blue Flower

Von der Standortentscheidung bis zu Mehdorns Sprintprogramm ist der BER ein beispielloses Desaster. Auf ein Happy End kann „Willy Brandt“ nicht hoffen. Würde der Flughafen eines  Tages tatsächlich fertig, hätten die Steuerzahler einen kleinen gebrauchten Unfallwagen zum Preis einer nagelneuen Luxusjacht finanziert. Bei einer absehbaren Kostensteigerung um das Drei- bis Vierfache der ursprünglich geplanten Investitionssumme kann und darf es deshalb keinen Durchhalte-Automatismus geben.

 Ein Ausstiegsszenario für den BER darf nicht länger ein Tabu sein. In einem demokratischen Gemeinwesen ist dies ein Grundgebot verantwortungsvoller Politik. Ein konsequenter Neustart bietet die Chance, ein nationales Luftverkehrskonzept zu entwickeln und Flughafenstandorte mit ihren spezifischen Funktionen für ganz Deutschland zu definieren. Für Berlin/Brandenburg ist umgehend mit Planung und Realisierung eines frei finanzierten Flughafens BER-NEU an einem geeigneten Standort zu beginnen. Die bisher mit dem BER verbauten Steuermilliarden werden sich im Rahmen eines Wirtschaftsstandortes Schönefeld bezahlt machen. Konzepte für eine BER-Nachnutzung sind längst entwickelt und von Fachleuten geprüft. Ein professioneller Neustart ist noch immer billiger, als die Vollendung des gescheiterten Projektes. Jede weitere Million, die noch in Schönefeld versenkt wird, untergräbt die Aussicht auf ein zukunftsweisendes nationales Verkehrskonzept und potenziert das BER-Desaster ins Bodenlose.